Ambulanter Hospizdienst

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Ambulanter Hospizdienst  
Leitbild der Arbeitsgemeinschaft

Krankheit, Sterben und Tod sind Teil eines jeden Lebens. Die Auseinandersetzung damit, die medizinische, pflegerische, soziale und religiöse Begleitung der Betroffenen, kennzeichnen das kulturelle und religiöse Niveau einer Gesellschaft. In unserer Zeit sind Sterben und Tod vielfach zu einem Tabu geworden. Die meisten Menschen sterben im Krankenhaus oder einer ihnen fremden Umgebung, obwohl der Wunsch nach einem Sterben zu Hause vorherrscht. Viele Menschen sterben einsam. In früheren Zeiten fanden Alte und Kranke Geborgenheit und Pflege in der Großfamilie, später dann auch in Hospizen und besonderen sozialen Einrichtungen. In dieser Tradition setzen wir uns dafür ein, dass jeder Mensch zu Hause, beziehungsweise in einer vertrauten Umgebung sterben kann: in Würde und in menschlicher Geborgenheit, mit der notwendigen palliativ-medizinischen, pflegerischen, psycho-sozialen und seelsorglichen Hilfe, die er/sie wünscht, unabhängig von seiner Religionszugehörigkeit, seiner ethnischen und sozialen Herkunft und Nationalität.

Unser Team
Das Team besteht aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern und bildet eine starke Gemeinschaft. Der Vorstand leistet sehr wertvolle Arbeit. Wir sind ein Zusammenschluss engagierter Christen unterschiedlicher Konfession, die sich die Förderung des Hospizgedankens zum Ziel gesetzt haben. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die ehrenamtliche, ambulante Begleitung von Schwerstkranken, Sterbenden und ihren Angehörigen. Seit 2007 sind wir Palliativ-Beratungsdienst und bieten auch hier unsere Unterstützung an. Als ökumenische Einrichtung werden wir getragen vom Caritas-Verband für den Main-Kinzig-Kreis e.V. Unser Einsatzgebiet erstreckt sich über den gesamten Main-Kinzig-Kreis. 2017 feiern wir unser 20-jähriges Jubiläum.

Vorstand
Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst wird im Rahmen der Mitgliederversammlung von den Mitgliedern für vier Jahre gewählt. Er besteht aus den institutionellen Mitgliedern Caritas-Verband für den Main-Kinzig-Kreis e.V., vertreten durch den Vorstand bzw. dessen Delegierten, sowie der Regionalstelle für Erwachsenenbildung in der Region Süd des Bistums Fulda, vertreten durch den jeweiligen Stelleninhaber.Außerdem bis zu sieben von der Mitgliederversammlung zu wählenden Mitgliedern. Dabei sollen mindestens drei Vertreter aus verschiedenen Regionalgruppen kommen. Bei der Besetzung der Vorstandspositionen soll darauf geachtet werden, dass ein Seelsorger/Klinikseelsorger sowie ein Mediziner, möglichst mit palliativer Ausbildung, mitarbeitet. Mindestens die Hälfte der Vorstandsmitglieder sollte aus den Reihen der aktiven Mitglieder kommen.

Ehrenamtliche Mitarbeiter
Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter verteilen sich auf vier Regionalgruppen im gesamten Main-Kinzig-Kreis. Alle ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst haben einen Vorbereitungskurs zum Hospizbegleiter absolviert. Der Einsatz erfolgt in der Regel wohnortnah. Jährlich werden Fortbildungen zu unterschiedlichen Themen angeboten, regelmäßig finden in den Regionalgruppen in Hanau, Freigericht/Gelnhausen und Bad Soden-Salmünster/Schlüchtern Supervisionen statt. Unsere Ehrenamtlichen bieten ihre Dienste im Rahmen ihrer Möglichkeiten an. Neben den Begleitungen gibt es auch patientenferne Dienste, z. B. in der Öffentlichkeitsarbeit oder bei unterschiedlichen Gruppenaktivitäten. 
Unsere ca. 90 Ehrenamtlichen sind …
• zwischen 26 und 76 Jahren alt.
• Studenten, Berufstätige, Arbeitslose, Rentner und Haus
  frauen.
• Mitglieder einer christlichen Kirche, keiner Kirche, 
  muslimischen Glaubens.
• Frauen und Männer.
• Väter, Mütter und Kinderlose.
• Menschen mit viel Zeit und weniger Zeit.

Unsere Ehrenamtlichen bilden damit die Gesellschaft ab, in der wir leben. Unser Leben lang stellen wir fest, dass wir Menschen unterschiedlich sind, verschiedene Bedürfnisse und Vorlieben haben, unterschiedliche Persönlichkeiten und Fähigkeiten schätzen … das ändert sich auch am Ende des Lebens nicht. Wenn Bewohner eine Hospizbegleitung wünschen, ist die Auswahl des Ehrenamtlichen eine besondere Aufgabe. Wir Koordinatoren, die den anfragenden Bewohnern der Einrichtungen einen Ehrenamtlichen vorstellen, sind immer bemüht, den „richtigen Deckel für den Topf“ zu finden, damit etwas Gutes entstehen kann, das den Bewohner und vielleicht auch den Ehrenamtlichen bereichert. Alle Ehrenamtlichen des Hospizdienstes sind engagierte Menschen mit Mut und Herz. Sie haben die Entscheidung getroffen, sich mit Ihrem Tun in den Hintergrund zu stellen und den Menschen, den sie begleiten, in den Mittelpunkt zu rücken. Sie üben ihr Ehrenamt nicht zu einem bestimmten wöchentlichen Termin aus, sondern dann, wenn die Menschen sie benötigen. Welche Wünsche haben die Menschen an die ehrenamtlichen Hospizbegleiter?
Vorlesen, spazieren gehen/fahren, Briefe schreiben, sich wieder wichtig zu fühlen, die Memoiren fertig schreiben, einen Hund zu streicheln, das Tagesgeschehen diskutieren, beten, singen, Nachtwachen, Genuss erleben, gemeinsam kochen oder backen, Handmassagen, Fingernägel lackieren, schminken, ein Ohr für das eigene innere Durcheinander zu sein, Musik hören, gemeinsam Fernsehschauen, Traurigkeit gemeinsam aushalten, Fotoalben ansehen, zuhören, zuhören, zuhören … nicht alleine sein mit dem, was da kommt.
Oft ist es das Dasein und weniger das eigentliche Tun, das beruhigend, entlastend und bereichernd wirkt. 

Hauptamtliche Mitarbeiter
Unsere hauptamtlichen Mitarbeiter sind examinierte Krankenschwestern oder Sozialpädagogen mit palliativer Zusatzausbildung. Sie bilden das Team der Einsatzleitungen, die sich bei den Anfragenden zunächst einen Überblick zur Situation verschaffen, um danach sorgfältig einen möglichen Hospizhelfer auszuwählen.   

Unsere Arbeit
Zu den Schwerpunkten unserer Arbeit zählen die Hospizbegleitung und die Palliativberatung
Wenn...

  • schwere Krankheit oder zu erwartender Abschied von einem geliebten Menschen Sie beschäftigen, 
  • Sie das Gefühl haben, in dieser schwierigen Lebensphase an Ihre Grenzen zu stoßen, 
  • Sie einen offenen und persönlichen Umgang mit den Themen Sterben, Tod und Trauer suchen,

...dann sind wir für Sie da!
Die Beratung und Begleitung ist kostenlos und stellt eine Ergänzung zu bestehenden Einrichtungen dar. Sterbehilfe lehnen wir ab! Diskretion und Schweigepflicht sind für uns selbstverständlich.

Unsere Hilfen können z. B. sein: 

  • Palliativberatung 
  • regelmäßige Besuche beim Schwerkranken 
  • Betreuung des Kranken zur Entlastung der pflegenden Angehörigen 
  • Offenheit auch für spirituelle Gespräche 
  • Sitzwachen in der Nacht in kritischen Phasen 
  • Vermittlung von stationären und ambulanten Einrichtungen 

Wenn Sie selbst betroffen sind oder Hilfe suchen dann sollten Sie uns über eines unserer Hospiztelefone anrufen.